Seit über zehn Jahren gibt es den Super Nintendo-Emulator ZSNES, mit dem es auch ohne Nintendo-Konsole möglich ist, Klassiker wie Super Mario World, Street Fighter oder die Final Fantasy-Reihe zu spielen — und das in höherer Auflösung, mit besserem Sound und der Möglichkeit, Spielstände zu speichern wann immer man will.

Das Programm selbst, für Windows und Linux-Distributionen erhältlich, ist keinesfalls illegal. In der knapp ein Megabyte großen .ZIP-Datei befinden sich lediglich der Emulator und mehrere Hilfedateien— nicht aber die Spiele (“ROMS” genannt). Dass ZSNES für Nintendo trotzdem ein Dorn im Auge ist liegt daran, dass die japanische Firma gerade mit der Wii-Konsole und dessen “Virtual Console” versucht ihre Kunden doppelt abzuzocken. Wer Anfang der 90er knapp 100 Mark für ein Super Nintendo-Spiel ausgab, wird nun gebeten für das gleiche Spiel erneut Geld zu bezahlen, in Form von “Wii Points“.

Doch das muss nicht sein. Wer trotz nicht mehr funktionstüchtiger SNES-Konsole eine Runde in Super Mario Kart drehen will, sollte sich einen Emulator wie ZSNES zulegen. In drei Schritten erläutert dieser Artikel, was vor dem Zocken noch schnell erledigt werden muss.

1. Tasten konfigurieren

Zsnes-emulator-set-keys in ZSNES — der Super Nintendo-Emulator

Vor dem ersten Spielen sollte zunächst über ConfigInput die Tasten für das Gamepad (welches hoffentlich vorhanden ist und mindestens sechs Tasten hat) konfiguriert werden. Bis zu fünf verschiedene Eingabegeräte können unterschiedlich belegt werden. Auch die SNES Mouse wird von ZSNES unterstützt.

Wer sich nicht mehr so recht erinnern kann, wo genau die Buttons A, B, X und Y auf dem Original-Controller liegen, bekommt vom Emulator einen kleinen Hinweis.

2. Grafik einstellen

Zsnes-emulator-video-filters in ZSNES — der Super Nintendo-Emulator

Zu den größten Vorteilen von ZSNES gegenüber des echten Super Nintendo Entertainment Systems gehört mit Sicherheit die höhere Auflösung und die zuschaltbaren Grafikfilter. Unter ConfigVideo kann eine Auflösung von bis zu 1600×1200 Pixeln eingestellt werden, falls die Grafikkarte diesen Modus unterstützt. Wenn die vordefinierten Auflösungen nicht gefallen kann auch eine eigene eingestellt werden.

Die Grafikfilter haben zwar zum Teil komische Namen (“Super Eagle” oder “Super 2x Sai”), machen das Spielen aber durchaus angenehmer, weil man eben nicht wie früher weit vor dem Fernseher, sondern ziemlich nah am Monitor sitzt. Der “HQ Filter” sollte nur auf PCs mit modernen Grafikkarten und mit viel Arbeitsspeicher genutzt werden, wenn eine Bildrate von 30 FPS gehalten werden möchte.

Zsnes-mario-filters in ZSNES — der Super Nintendo-Emulator

In diesem Vergleichsbild ist links keiner, rechts der “Super 2x Sai”-Filter eingeschaltet.

3. Spiel starten

 in ZSNES — der Super Nintendo-Emulator

Die Super Nintendo-Spiele werden über GameLoad in den Emulator geladen. In dem dann erscheinenden Menü kann z.B. festgelegt werden, ob ZSNES das Spiel zwingen soll, im PAL- oder NTSC-Bildformat zu laufen. Wie im Screenshot ersichtlich können über Game die Konsole neu gestartet und Spielstände gespeichert / geladen werden. Insgesamt stehen zehn Saveslots zur Verfügung.

Was ZSNES sonst noch kann

  • Spiel-Geschwindigkeit ändern. Über ConfigSpeed können Tasten-Shortcuts eingestellt werden, um die Geschwindigkeit des Emulators zu beeinflussen. Lahme Zwischensequenzen und Textorgien sind so schnell übersprungen.
  • Cheats suchen. Heutzutage ziemlich überflüssig, da es Unmengen von Webseiten gibt, auf denen auch die letzte Möglichkeit zu Cheaten aufgelistet ist. Game Genie-Cheats lassen sich bei Bedarf direkt in ZSNES eingeben.
  • Filme aufnehmen. Game-Sessions können direkt mit ZSNES aufgenommen werden und z.B. als XVID gespeichert werden. Der Beginn der Aufnahme ist einstellbar; entweder sofort per Klick oder erst, wenn die Konsole neu gestartet wurde.




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11 Kommentare zu “ZSNES — der Super Nintendo-Emulator”

  • Frank

    Yeah! Ich liebe ZSNES ebenfalls. Eine schöne Funktion, die Du nicht erwähnt hast, ist Quicksave (F2) und Quickload (F4). Strenggenommen ist das freilich Gemogel. :) Gab’s damals auch schon für die Konsole, so ‘nen RAM-Dumper. Game Saver hieß das Ding glaub ich.

    Ein bisschen nervig an ZSNES ist, dass Änderungen an den Optionen immer nochmal über Misc -> Save CFG gespeichert werden müssen. Wenn man unter Mühen drei Gamepads zum Secret of Mana zocken konfiguriert hat und das beim Neustart schon wieder machen muss, kann das schonmal nerven. :)

    Kleiner Tip an die Allgemeinheit noch zu den Auflösungen: Ich würde immer einen D/R/F-Modus wählen. Damit ist man auf der sicheren Seite, was Nachbearbeitung per Filter, ein nicht-gestretchtes Bild und den Vollbildmodus anbelangt.

    Übrigens, kann es sein dass Du eine etwas ältere Version hast? Bei mir findet sich in der Grafik-Config noch die Einstellung Triple-Buffer. Das und VSYNC habe ich zusätzlich an, weil’s die Bildqualität minimal verbessert.

  • Sebastian

    Ich habe bestimmt 6 Jahre damit gespielt, bis ich drauf kam, auch mal einen Filter zu aktivieren. Dann hat man ein völlig neues Spielerlebnis :-)

    Übrigens, wer sich über das arschlangsame Bewegen der Figuren in Breath of Fire II geärgert hat, es gibt eine (teilweise eher lächerliche) deutsche Übersetzung, die dieses Problem endlich behebt.

  • Simon

    Frank, ich hab 1.51 von Sourceforge heruntergeladen (dahin wird man ja weitergeleitet). Laut zsnes.com ist das die neueste Version.

    Man gewöhnt sich zwar viel zu schnell daran, aber: Quickload ist ein Segen.

    Das mit den Filtern ist schon ‘ne coole Sache. Als Grundschüler bemerkte ich den Pixelbrei ja überhaupt nicht, die Ansprüche sind aber mittlerweile gestiegen… ;)

    Checkt das:

    [mehr Infos]

  • Das goldene Zeitalter « Abfallkalender

    [...] Kaff nicht angeboten wurde, freute (und freut!) man sich, dass man jetzt seine SNES-Spiele auch am Rechner zocken [...]

  • Dopermann

    Hey Simon

    Sag mal wasn das fürn Level???
    Ich dachte ich kenne alle ABER scheint DOCH nicht so zu sein.:-)

    MfG

  • Frank

    Es gibt einige ROM-Hacks da draußen, besonders vom SMW1. Bei Interesse einfach mal nach “Super Mario World – The Second Reality Project 2″ googeln. Weiß aber nicht, ob das auch die im Video ist.

  • Simon

    Dopermann, klick mal auf den Link unter dem Video.

  • Jule

    Hey!
    ich habe ein Problem und vielleicht könnt ihr mir ja helfen…ich spiele secret of mana und das klappt auch alles super, nur ich kann unter confic-input keinen controller anmelden als zweiten mitspieler.das finde ich ziemlich schade, da mein bruder und ich das spiel lieben und es gerne zusammen spielen würden.
    danke schonmal im vorraus!

  • Frank

    @Jule
    Bei mir hat das ganz normal geklappt. Wie sieht’s denn in deiner Windows-Systemsteuerung in den Joystick- bzw. Spielecontroller-Optionen aus, werden da beide Joypads erkannt?

  • Jule

    @Frank
    Ich habe das jetzt alles nochmal neu eingestellt und jetzt erkennt er auch beide Pads!Und im spiel funktioniert jetzt auch alles.
    Danke, bist meine Rettung :)

  • Frank

    Gern geschehen. :)


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