Stiftung-warentest-1984-homecomputer in 1984: Stiftung Warentest testet Heimcomputer

Vor ziemlich genau 25 Jahren wagte sich die Stiftung Warentest an das Thema Heimcomputer heran. Die Überschrift des Tests “Die Enttäuschung ist vorprogrammiert” nimmt das Fazit der Redakteure vorweg: Computer sind für Heimanwender einfach nur sinnlos. Viel zu teuer, unzuverlässig, Beschreibungen gibt’s nur in englischer Sprache, und die “Graphik”… nun ja:

Ganz verwegene Anbieter sprechen sogar von “hochauflösender” Graphik. Ein Hohn, wenn man die Treppen sieht, die Geraden darstellen sollen, oder anstelle von Kreisen geknickte Eier erhält.

Daten zu speichern ist auch nicht so leicht:

Disketten oder Floppy Disks sind biegsame, magnetisierte Scheiben, auf denen man Informationen speichern kann. Ihr Vorteil gegenüber Kassetten liegt vor allem im schnelleren Zugriff auf Informationen und in ihrer höheren Zuverläsigkeit.

Den ganzen Artikel gibt es im Atari-Computermuseum zu lesen.

[via delicious]

Im Dezember letzten Jahres hatte ich kurz über die Demoversion von And Yet It Moves geschrieben. Mittlerweile ist das Indiegame für PC und Mac erhältlich; gerade mal zehn US-Dollar wollen die Entwickler aus Österreich für die Vollversion haben. Der Download kommt ohne DRM, Kopierschutz oder sonstige Nervigkeiten daher.

Für die nun anstehende Wii-Variante des Spiels gibt es einen neuen Trailer, der die Besonderheiten der Wii-Steuerung zeigt und auch sonst ganz nett gemacht ist:


As you can see in our new trailer there are certain things you can do way better in And Yet It Moves than in real life. Oh, and of course we also show ways to control the game using the wiimote…

Mit dem Trailer ist auch die neue Webseite http://brokenrul.es/ online gegangen.

Reißerischer Titel, gebe ich zu. Aber schauen wir uns zunächst mal die Definition von Bloatware an:

Als Bloatware [...] bezeichnet man Software, welche mit Funktionen überladen ist, bzw. Anwendungen sehr unterschiedlicher Arbeitsfelder ohne synergetischen Nutzen bündelt. [...] [Sie] bietet sehr viele Funktionen an, neigt aber dazu, vergleichsweise langsam und fehlerträchtig zu arbeiten und im Detail unausgereift zu sein.

Und hier ein Auszug aus dem Blog von Wordpress-Deutschland. Es geht um das Killerfeature von WP 2.9. Einen Papierkorb:

[...] man verschiebt Inhalte in den Papierkorb und die Inhalte werden dann in Abhängigkeit eines Zeitraums gelöscht. Alternativ kann man sie dort auch wieder zurück holen, immer in Abhängigkeit eines definierten Zeitrahmens. WordPress integriert diese Möglichkeit nun auch und mit WordPress 2.9 steht diese Option für Artikel, Seiten, Attachments und Kommentare bereit.

Ist Wordpress Bloatware?

Nun, ganz subjektiv betrachtet sind  — gerade in letzter Zeit — viele Features und Neuerungen hinzugekommen, die ich selten oder nie nutze. Ich könnte z.B. sehr gute ohne die instabile Mediathek leben. Wenn ich trotzdem Fotogalerien erstellen möchte, lade ich mir halt ein entsprechendes Plugin herunter. Warum zwingt WP mehr und mehr Features in den Core, die vorher sehr gut als optionales Plugin erhältlich waren?

Als ich WP zum ersten Mal herunterlud, war die Zip-Datei gerade mal 310 KB groß. Die aktuelle Version 2.8.4 wiegt gezippt 2,24 MB. Natürlich möchte auch ich nicht zu WP 1.2 zurück, ich möchte nur ganz höflich darauf hinweisen, dass unser liebes Kind WP fett geworden ist. Und das WP-Dashboard wird auch immer langsamer. Wirklich aufgefallen ist mir die Veränderung an WP aber erst vor wenigen Tagen, als ich die Software zum x-ten Mal auf einem Server installierte und gerade einrichten wollte: Fatal Error, Allowed memory size exhausted. Hab ich vorher in fünf Jahren nicht einmal erlebt.

Ich gebe die Frage gerne an euch weiter: Ist WP Bloatware geworden? Auf welche “Features” würdet ihr gerne verzichten? Wird es langsam Zeit für ein schlankes WP-Light?

Laconica ist ein Open Source-Microblogging-CMS, welches ich mit Hilfe eines begabten PHP- und MySQL-Jongleurs um ein Ja-Nein-Voting-Plugin erweitern möchte, damit Deutschlands Thesenbewertungsplattform Nr. 1 TM in Twitterform wiederbelebt werden kann (siehe letzter Artikel). Ich bin prinzipiell an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert; im Moment geht es primär um die Entwicklung einer stabilen und einsatzfähigen Version 1.0 des bereits erwähnten Plugins.

Das Laconica-CMS scheint mir nach reiflicher Überlegung für behaupte.es 2.0 (sorry) die richtige Lösung zu sein, weil es 1.) von Haus aus viele nützliche und passende Funktionen mitbringt, 2.) kostenlos verfügbar ist, 3.) aktiv weiterentwickelt wird.

Voraussetzungen:

– Mehrjährige PHP- und MySQL-Erfahrung + Referenzen, die über WP-Plugins hinausgehen
– Arbeit zum Festpreis und auf Rechnung. (Bitte keine “Ich bekomme 40€ pro angefangene Stunde”-Bewerbungen)
– Bock auf die Sache & Zeit
– You cannot have lost teh game

Die Chancen den Job zu bekommen steigen dramatisch, wenn du…

– bereits mit Laconica gearbeitet hast
– aus der Nähe von Münster (Westfalen) kommst
– AJAX nicht für einen Fußballverein aus Amsterdam hältst
– bei fünf Fragen per E-Mail auch fünf Antworten schreiben kannst
– behaupte.es schon immer für die geilste aller Webseiten gehalten hast
– mit meiner Pingeligkeit klar kommst

Ich verspreche Reichtum, Ruhm und schöne Frauen. Bewerbungen mit Referenzen, aber ohne Lebenslauf-PDFs oder sonstige Anhänge bitte an simon [at] 1000ff [punkt] de schicken. Jetzt!

Gestern stieß ich beim Durchstöbern semi-alter Ordner auf diesen Screenshot:

 in Mit der Bitte um Feedback: Gedanken zu einer möglichen Wiederbelebung von behaupte.es

Ach ja, behaupte.es, dieses wahnwitzige Experiment, das von April bis September 2008 für Furore in der deutschsprachigen Internetlandschaft sorgte. Anonym Thesen veröffentlichen und schauen wie mainstreamig sie sind, so die Grundidee. Jeder darf mitmachen und mitvoten.

Nur die User der ersten Stunde wissen, wie schön / aufregend / lustig / geisteskrank die Anfangszeit auf behaupte.es war.
Dann, so paradox das klingen mag, wurde die Seite schlicht zu erfolgreich. Stefan Niggemeier verlinkte, die halbe Blogosphäre tat es ihm gleich, selbst ein Radiosender aus dem Schwabenland berichtete. Ich schwankte zwischen Euphorie und Überforderung.

Der Mob kam und wütete. Tag und Nacht neue Thesen, eine dämlicher und überflüssiger als die vorherige, veröffentlicht im Sekundentakt. Die Datenbank explodierte, die Seite wurde langsam, Beschwerdemails häuften sich. Der Umzug auf einen schnelleren Server brachte nur kurzzeitig Entlastung. Als dann noch hauptberufliche Trolle und Pokerspammer behaupte.es entdeckten zog ich beleidigt die Reißleine, verschwand für ein paar Wochen und resümierte dann reumütig bei blong.de, dass behaupte.es in bestehender Form nicht mehr weiterzuführen ist.

Doch woran lag es genau? Warum hat behaupte.es im Laufe der Zeit immer weniger Spaß gemacht? Was hätte ich besser machen können, sollen, müssen?

Zeit für eine Analyse.

behaupte.es wurde von Idioten überlaufen, die im Schutz der Anonymität die Seite vollkotzten.

Die offensichtliche, aber leider nur scheinbare Lösung: Nur registrierten Usern Schreibrechte geben. Der Reiz von behaupte.es lag nun aber gerade darin, dass Meinungen anonym veröffentlicht werden konnten. Mit den “richtigen” Leuten war das auch kein Problem, doch je größer und bekannter die Seite wurde, desto… na, ihr wisst ja. Zumal eine unkontrollierte Registrierung das Problem vielleicht eingedämmt, aber definitiv nicht gelöst hätte.

Eine mögliche, diskutierbare Lösung für einen Neuanfang von behaupte.es: Eine geschlossene Gesellschaft, in die man nur durch Empfehlungen von vertrauenswürdigen Mitgliedern gelangt. Klar, das hört sich elitär und hochnäsig an, aber es könnte im Fall von behaupte.es tatsächlich sinnvoll sein. Angenommene User könnten dann trotzdem (!) anonym Behauptungen aufstellen und bewerten; mit ein paar mittelschweren Eingriffen in Wordpress’ Template-System ist das ohne Weiteres möglich. So bliebe der Reiz des anonymen Behauptens erhalten, ohne dessen naheliegende Nachteile (vgl. “Luzie”).

Zudem könnte eine User-Obergrenze sinnvoll sein. Nach 100 Usern oder so ist Schluss. Wer länger nicht aktiv war muss den Account wieder abgeben. Aktivität wird mit einem Punktesystem gefördert.

Sicher wäre ein geschlossenes behaupte.es eine andere Seite als die, die ich vor einem Dreivierteljahr abgeschaltet habe. Weniger Thesen, weniger Bewertungen, weniger Kommentare, weniger Buzz: Fokus auf Klasse statt Masse (hoffentlich). Aber lieber mit wenigen Leuten etwas Interessantes und Lustiges auf die Beine stellen als Profitrollen und Spammern eine klowandartige Plattform bieten *wegduck*.

Was haltet ihr davon?

Piratenpartei-logo in Interview mit Jens Seipenbusch: 5% sind möglichJens Seipenbusch, 40, Diplom-Physiker, wohnhaft in Münster, ist Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland. Obwohl stets schwer beschäftigt, konnten wir ein kleines Interview mit ihm arrangieren.

Du bist Gründungsmitglied der Piratenpartei Deutschland. Was war der ausschlaggebende Grund dich bei den Piraten und nicht bei einer anderen Partei zu engagieren?

Es hätte dem Kernpunkt der Piratenbewegung nicht entsprochen, sich nur in einer anderen Partei einzubringen, nämlich, dass wir nicht darauf warten können, bis es auch der letzte Internetausdrucker merkt, dass wir uns einen Überwachungsstaat basteln. Außerdem werden die existierenden Parteien von teils lobbygetränkten, abgezockten Berufspolitikern beherrscht, was meiner Meinung nach ein wesentlicher Grund für die große Politikverdrossenheit bei uns ist.

Bei der Europawahl habt ihr auf Anhieb beachtliche 229.146 Stimmen erhalten. Was antwortest du Kritikern, die behaupten, dass darunter viele “Juxwähler” seien, die sich nur des interessanten Namens wegen und nicht aus politischen Gründen für die Piraten entschieden haben?

Unser Name ist Programm. Wir sind nicht die braven Beschwichtiger mit dem Wort zum Sonntag, wir wollen wirklich etwas ändern. Warum darf Politik eigentlich nicht nebenher auch Spaß machen?

Im offiziellen Piratenforum gibt es derzeit viele Fragen wie “Wie steht die Piratenpartei zum Thema X?”. Darauf folgt nicht selten die Antwort “Die Piratenpartei hat dazu keine Meinung”. Gibt es Bestrebungen das Parteiprogramm auszuweiten; auch auf die Gefahr hin, dass sich der ein oder andere Pirat dann wieder von der Partei abwendet?

Dies ist eine sehr existentielle Frage für die Piratenpartei. Unter unseren Mitgliedern wird diese Frage immer wieder kontrovers diskutiert. Das hat mehrere Gründe: Zum einen machen bei uns viele Leute mit, die vorher noch nie Politik gemacht haben oder einer Partei angehörten, für die ist es in ihrem Schwung zum Teil unverständlich, dass wir uns mit der Formulierung weiterer Position absichtlich zurückhalten, um für eine größere Zahl von Menschen wählbar zu bleiben.
Zum zweiten gibt es bei einigen grundsätzliche Zweifel daran, dass man als Partei, die sich nicht zu Wirtschaft und sozialen Verteilungsdingen äußert, jemals in die Parlamente einziehen können wird.
Ich persönlich glaube fest an die bisher mehrheitsfähige Position, dass unser aktueller Kampf gegen den heraufziehenden Überwachungsstaat so dringend und wichtig ist, dass wir es uns nicht leisten können, Leute zu verlieren, die sonst gemeinsam mit uns für diese Sache kämpfen würden.
Es gibt in jedem Teil des politischen Spektrums heute Menschen, die den Überwachungsstaat nicht wollen. Nur wenn wir die alle zusammenbringen, werden wir diesen schwierigen Kampf gewinnen können – das sollte sich jeder vor Augen halten.
Dies auch um den Preis, dass man die Frage nach dem Verteilungsprogramm (Wirtschaft und Soziales) mit: ‘haben wir nicht’ beantworten muss. Immerhin befürworten wir ja die soziale Marktwirtschaft, das ist doch auch schon mal was.

Piratenpartei-hafenfest in Interview mit Jens Seipenbusch: 5% sind möglich
Piratenparteimitglieder beim Hafenfest in Münster (CC)

Was ist euer %-Ziel für die anstehende Bundestagswahl — und wie wollt ihr dieses Ziel erreichen?

Unser Ziel für die Bundestagswahl muss das Überschreiten der 5%-Hürde sein. Dies ist gesellschaftlich durchaus möglich, wie der Erfolg in Schweden zeigt. Allerdings ist es natürlich ein sehr hoch gestecktes Ziel, das eine Unterstützung von sehr vielen Seiten benötigt. Aktuell ist unsere Hauptherausforderung, den Ansturm von Leuten zu bewältigen, die bei uns mitmachen wollen. Wenn wir diese Begeisterung und Unterstützung bis zur Bundestagswahl weiter Multiplizieren können und dies auch in Bekanntheit und Verständnis für unsere Ziele und die dringende Notwendigkeit eines Umsteuerns umsetzen können, dann wird es sehr spannend werden im September.

Durch das gute Abschneiden bei der Europawahl hat die Piratenpartei ein Anrecht auf die sog. Wahlkampfkostenerstattung erworben. Gibt es schon Pläne, wie mit diesem Geldsegen umgegangen werden soll?

Wir rechnen nach ersten Schätzungen mit Unterstützung im fünfstelligen Bereich, allerdings wird dieses Geld ja wohl erst nächstes Jahr ausbezahlt. Dazu muss man sagen, dass wir bisher fast alles aus den oft schmalen Geldbeuteln der Mitglieder finanziert haben. Nun haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit nicht nur Werbung sondern auch Fahrtkosten und andere Dinge zu finanzieren. Wir wollen schon seit längerem in Berlin ein Büro aufmachen, um auch mal einen echten Geschäftsstellenraum zu haben und womöglich können wir auch personelle Hilfe bei der Verwaltung einstellen.
Ich möchte hier gerne mal jedem unserer Wähler für die bis zu 85 Cent danken, die uns seine Stimme in dieser Hinsicht einbringt! Man muss dieser Art der Parteienfinanzierung generell durchaus kritisch gegenüberstehen, aber in diesem Superwahljahr ist das für unsere Partei natürlich ein hocherfreulicher Segen.

Der Frauenanteil in der Piratenpatei ist vergleichsweise gering. Woran liegt das? Gibt es Bestrebungen, gezielt auch Frauen für die Piratenpartei zu begeistern?

Das liegt m.E. hauptsächlich daran, dass unsere Mitglieder oft aus dem technischen bzw. informationstechnischen Bereich kommen. Dort ist die Frauenquote auch heutzutage noch nicht so hoch wie anderswo.
Wir freuen uns natürlich speziell über neue weibliche Mitglieder, aber wir definieren uns nicht über Quoten. Die wahre Herausforderung für uns ist eher, diejenigen anzusprechen, die mit den Techniken des Informationszeitalters noch überhaupt nichts oder wenig zu tun hatten.

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1000ff bedankt sich für das Interview.
Jens hat sich netterweise dazu bereit erklärt, Nachfragen unserer Leser hier in den Kommentaren zu beantworten. Jetzt seid ihr dran!

Braid is a puzzle-platformer, drawn in a painterly style, where you can manipulate the flow of time in strange and unusual ways. From a house in the city, journey to a series of worlds and solve puzzles to rescue an abducted princess. In each world, you have a different power to affect the way time behaves, and it is time’s strangeness that creates the puzzles.

Soweit der offizielle Klappentext zu Braid, dem XBOX-Live-Bestseller, der seit gut einem Monat auch als PC-Version erhältlich ist.
Braid ist ein Indiegame, was bedeutet, dass es ohne die “Hilfe” eines Industriegiganten wie EA, die kaum Wert auf neue Spielkonzepte legen, um die Zielgruppe nicht zu überfordern, erstellt wurde. Indiegame bedeutet in den meisten Fällen auch, dass es von außen keinen Druck auf eine schnelle Veröffentlichung gibt. Viele Indiegame-Entwickler sehen ihr Spiel als ihr persönliches Baby an, das eben erst dann der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, wenn es — nach Meinung der Entwickler — zu 100% perfekt ist, Deadline hin oder her.
So auch bei Braid. Das Spiel gewann bereits 2006 den Innovation in Game Design-Award des Independent Game Festivals, und das obwohl die Grafik zu diesem Zeitpunkt bestenfalls als roh durchging. Erst drei Jahre später ist die finale Version erhältlich.


Doch was lange währt, wird endlich gut. Die entspannte Herangehensweise merkt man Braid deutlich an. Jonathan Blow und David Hellman haben ein Spiel geschaffen, bei dem so gut wie alles passt und ineinander greift. Besonders deutlich wird dies bei der Auswahl des Soundtracks. Die Musikstücke wurden nicht speziell für Braid geschrieben, sondern existierten schon vorher, was kaum zu glauben ist, so gut fügt sich die Musik in das Spielgeschehen ein.

Magnatune in Braid lohnt sich


Music from Braid by Sieber, Kammen, Fulton and Schatz

In einem Interview mit gamespot.com erklärt Jonathan Blow, welche besondere Eigenschaft jedes Stück haben musste, damit es ein Teil von Braid werden konnte:
I wanted the music to be composed with instruments that worked well with the rewind. When you rewind something, the song should sound interesting going backwards, the texture of the instruments should be different and interesting going backwards and feel different.

Der Umgang mit der Komponente Zeit ist es, was Braid unübersehbar von anderen Spielen unterscheidet. Es stehen nicht unendlich viele Leben, dafür aber unbegrenzt Zeit zur Verfügung: Macht der Spieler einen tödlichen Fehler, spult er mit der Shift-Taste das Geschehen einfach zurück und versucht es erneut. Das Zurückspulen der Zeit hat Braid zwar nicht erfunden (siehe auch z.B.: Prince of Persia: The Sands of Time), aber perfekt umgesetzt. Zu Beginn des Spiels gibt es nur eine Zeitebene, d.h. alles wird per Knopfdruck zurückgespult. Später kommen weitere Ebenen hinzu; ein Druck auf die Shift-Taste lässt dann nur bestimmte Elemente im Raum den Rückwärtsgang antreten.
Jede der sechs Welten erwartet vom Spieler einen anderen Umgang mit der Zeit. Die immer schwerer werdenden Rätsel lassen sich nie nach Schema F lösen, jedes Rätsel unterscheidet sich von seinem Vorläufer.
Durch die stets wechselnde Spielmechanik bleibt das Spiel spannend und neu bis zum Schluss.

Gelöste Rätsel geben eines von zwölf Puzzlestücken pro Welt frei. Hat man ein Puzzle komplett gelöst, kann man sich nicht nur über ein geheimnisvolles Bild freuen, sondern auch endlich die nächste Welt in Angriff nehmen.
Und ohne jetzt großartig das Ende von Braid spoilern zu wollen: Selbstverständlich erwartet den hartnäckigen Spieler, der alle 60 Puzzlestücke gesammelt hat, eine besondere, storyrelevante “Weltenerweiterung” zum Schluss.

Wenn man Braid überhaupt etwas vorwerfen kann, bei all den wunderschönen handgezeichneten Grafiken, dem wohl schönsten Videospiel-Theme seit Jahren, den zur Verzweiflung treibenden Rätseln aus Welt sechs, dann eigentlich nur, dass es insgesamt etwas zu kurz geraten ist. Ich hätte gerne noch mehr Zeit im Braid-Universum verbracht.

Braid kostet 15$ (11€), erhältlich auch ohne Registrierung bei Greenhouse. Wer das Spiel via Steam beziehen möchte, zahlt dort 13€.
Den Soundtrack gibt es bei bei magnatune.com als Download oder CD. Der empfohlene Preis liegt bei acht Dollar, es kann aber auch weniger oder mehr bezahlt werden.





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