WordPress-Themes: Erwartung vs. Nutzung

WordPress 3.0 und die folgenden Sub-Releases haben deutlich gemacht, dass der Fokus nicht mehr wirklich bei der Entwicklung einer Blogsoftware liegt, sondern bei einem möglichst eierlegenden, full-flexed Content-Management-System für jede erdenkliche Art von Webseiten. Der aktuelle Zustand von WP 3.3.1 lässt sich meiner Meinung nach gut mit “Identitätskrise” bezeichnen.

WordPress ist mit jedem neuen Update umfangreicher geworden, und die Anforderungen an Theme-Entwickler sind mittlerweile enorm, gerade wenn man im offiziellen Verzeichnis bei wordpress.org gelistet werden möchte. Das ist verständlich, wollen die WP-Macher doch möglichst nur solche Themes anbieten, die die neuen Funktionen ohne Zickerei unterstützen.

Custom Headers, Custom Menus, Custom Backgrounds, Post Types, Post Formats, mehrere Widget-Bereiche, dazu umfangreiche Optionen-Seiten mit über 9000 Layout-Optionen… das alles sind Features, die heute einfach in ein WP-Theme gehören. So wird es zumindest kommuniziert. Weiterlesen »WordPress-Themes: Erwartung vs. Nutzung

Google Plus ist Google

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Wie viele andere Internetschreiber habe auch ich den Fehler gemacht, Google Plus für ein soziales Netzwerk zu halten. Rein äußerlich betracht mag das nach wie vor stimmen, man veröffentlicht und teilt Inhalte, fügt “Freunden” Listen hinzu, schreibt Kommentare usw.

Spätestens mit der heutigen Ankündigung von Amit Singhal (“Search plus Your World“) sollte klar sein, dass Google Plus vor allem eins ist: Google.

Das Unternehmen wird in den nächsten Tagen damit beginnen, Plus-Inhalte personalisiert auf die Suchergebnisse loszulassen. Die zehn blauen Links sind damit endgültig Vergangenheit, weg von der allgemeinen und hin zur persönlichen Relevanz. Verlinkungsgrad, Autorität, Besucherzahlen, kurz gesagt Geleistetes wird damit für Webseiten nicht mehr ausschlaggebend sein, um bei Google vorne mitspielen zu können. Es reicht die Empfehlung eines Plus-Kontakts — schon steht die Seite über der Konkurrenz. Die Logik dahinter: Freunde werden schon wissen was ich will. Weiterlesen »Google Plus ist Google

EDV

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Mitte der 80er Jahre, als die Schnurrbärte ungehindert wuchern durften und IT noch EDV hieß, hielt die Computertechnik Einzug in den deutschen Bundestag. Während die CDU der ganzen Angelegenheit überraschend progressiv gegenüberstand, konnten sich viele Grüne mit dem Teufelszeug nicht anfreunden. Selbst die Vermittlungsversuche des CCC scheiterten. Aber seht selbst:

Mit dem Abstand von 25 Jahren wirkt das alles ziemlich niedlich, man könnte auch sagen: naiv. Die Fähigkeit zur Abstraktion, die auch heute noch so grundsätzlich nötig ist, wenn man sich mit IT beschäftigt — sie ist Mitte der 80er bei vielen Menschen verständlicherweise einfach noch nicht vorhanden, ebenso wenig wie das Bewusstsein, dass man bei Computerdingen nie vom Status Quo ausgehen sollte, sondern von dem, was in Zukunft möglich sein wird. Weiterlesen »EDV

Internetarchäologie

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat — Dieser Satz gehört der Legende nach zu den ersten, die per Telefon übertragen wurden. Doch was wurde als erstes gemailt, gepostet, gebloggt, gekauft? In diesem Artikel geht es um die Gurkensalate des Internets: Eine chronologische Betrachtung der Internet-Prototypen und Testnachrichten.

1969: Das erste Wort
Ein bescheidener Anfang: Bei der ersten Kommunikation von räumlich getrennten Computern am 29. Oktober 1969 sollte kein ganzer Satz, sondern lediglich das Wort “login” zwischen der University of Los Angeles und dem Stanford Research Institute übertragen werden. Weil das System von Stanford nach zwei Buchstaben abstürzte, lautet das erste von Computern übertragende Wort also “lo”. Erst im zweiten Versuch schaffte “login” die 520 Kilometer Entfernung über die 50 KBit/s-Leitung. Die Geburtsstunde des Internets.

1971: Die erste @-E-Mail
Einfach vergessen: Ray Tomlinson, der 1971 im ARPANET das @-Symbol einführte und damit Mailing zwischen verschiedenen Hosts ermöglichte, kann sich an die erste E-Mail nicht mehr erinnern: “Test messages were entirely forgettable and I have, therefore, forgotten them”. Es soll sich um “something like QWERTYUIOP” gehandelt haben, vielleicht war aber auch das @-Symbol selbst Thema der ersten E-Mail.

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