Spam: With Bacon
Foto: cobalt123 (cc)

 

Die Frage danach, wie man als Blogger am besten mit Spam umgeht, taucht immer wieder auf. Es handelt sich dabei sicherlich um eine Glaubensfrage, aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Kombination aus

am besten bewährt, um den allermeisten Müll zum Thema Aufrichtungshilfe, Gliedverlängerung und Versicherungsindustrie loszuwerden. Aber hat man sich damit wirklich allen Spams entledigt?

Kurze Antwort: Nein.

Viele Blogger unter uns werden sich sicher schonmal über Kommentare geärgert haben,

  • deren Inhalt gen Null ging („Stating the Obvious“),
  • deren einziger Zweck Rumpöbelei oder zumindest das Stören der Diskussion zu sein schien,
  • oder die als Absender-URL Linkfarmen, kommerzielle oder mit Werbung überfüllte Seiten angaben.

Mark Jaquith (Englische Seite) nannte diesen Grauzonenbereich zwischen „Spam“ (schlechte Kommentare) und „Ham“ (gute Kommentare) kürzlich „Bacn“. Er meinte damit nicht-themenbezogene, dämliche, unhöfliche, missbräuchliche, übermäßig selbstanpreisende, aber eben noch nicht ganz Spam-Kommentare1. Es handelt sich nach meiner Erfahrung um ein Problem, das mit steigender Bekanntheit eines Blogs beinahe expontiell zunimmt.

Beispiele

Hier einige Kommentare, die exemplarisch sind für meinen Blogalltag.

Continue reading “„Bacn“: Kommentarmüll aus der Grauzone zwischen Spam und Ham” »

  1. offtopic, lame, rude, abusive, overly-self-promotional-but-not-quite-spam []

Tatsache ist: Auf fast jeder Internetseite muss man sich registrieren, um sie richtig nutzen zu können. Jede Community, jedes Forum verlangt eine Registrierung. Was mit der angegebenen E-Mail-Adresse passiert, in welche Datenbanken sie eingetragen wird und wer Zugriff darauf hat ist häufig unklar und steht — wenn überhaupt — nur irgendwo versteckt im Kleingedruckten der Webseite. Die Folge: Eine zunehmend mit Spam-Mails und niemals abonnierten Newslettern verstopfte Inbox.

SlopsboxEine einfache und kostenlose Möglichkeit die eigene E-Mail-Adresse vor Spam zu schützen bietet der schwedische „E-Mail-Anbieter“ Slopsbox. Wann immer die Angabe einer E-Mail-Adresse nötig ist, gibt man einen beliebigen Namen gefolgt von @slopsbox.com ein (also z.B. fruchtsaft555222@slopsbox.com) und hat Ruhe. Der Clou ist: An diese Adresse verschickte Mails kommen zwar an, werden aber nach 24 Stunden automatisch gelöscht. Genug Zeit also, um seinen Account zu aktivieren oder sein generiertes Passwort zu empfangen, ohne seine Haupt-E-Mail im Internet zu verbreiten.

Etwas Vorsicht sollte dennoch geboten sein, schließlich sind Slopsbox-Adressen nicht durch ein Passwort geschützt und können so theoretisch auch von anderen Nutzern eingesehen werden, wenn diese über den Namen der Adresse Bescheid wissen. Es empfiehlt sich also die Slopsbox-Adresse geheim zu halten.

Neben slopsbox.com können auch diverse andere Domains genutzt werden, z.B linux.co.in, randomcrapofdoom.net oder — mein persönlicher Anti-Spam-Mail-Favorit — thegaybay.com

Ein interessantes Experiment ist am 31.12.2007 zu Ende gegangen: Wie viele Spam-Mails kann man innerhalb eines Jahres erhalten, wenn man es so richtig drauf anlegt? Die Antwort: 22.231 — jedenfalls für die erste Hauptadresse stephan@spamschlucker.org. Im Mai und Juni sind dem Experiment noch zwei weitere Adressen hinzugefügt worden, die insgesamt über 26.000 mal „unerwünschte“ Werbung für V!agr@, R0l€x und Geschlechtsteilerweiterungspillen bekamen.

Spamschlucker-Statistik

Das bewusst hoch gesteckte Ziel von 500.000 Spams ist also deutlich verfehlt worden, obwohl die Email-Adressen gleich dutzendfach in dubiose Newsletter und Gewinnspiele eingetragen wurden. Auch das Veröffentlichen der Adresse auf diversen Webseiten führte nicht zum gewünschten Erfolg bei herumspidernden Spam-Bots.

Für das Jahr 2008 geht die Jagd auf Spam weiter. Der Betreiber von Spamschlucker.org möchte bis zum 31.12.2008 insgesamt 200.000 Mails erhalten und ruft deshalb alle Webmaster auf ihn dabei zu unterstützen, indem sie die oben genannte Email-Adresse im Web verbreiten.



© 2006-2016 1000ff  •  Kontakt  •  Impressum  •  RSS-Feed  •  Theme by Just Skins  •  Powered by Wordpress  •  Ein Projekt von Simon Stich