Für meinen erbsenzählerischen Vergleich europäischer Fußballligen habe ich wie jeder andere vernünftige Mensch auf das wunderbare WordPress-Plugin WP-Table-Reloaded von Tobias Bäthge gesetzt.

WPTR kann u.a. CSV-Dateien importieren und Werte in einer schicken HTML-Tabelle darstellen, die selbstverständlich mit CSS angepasst werden kann.

WPTR nutzt das geniale jQuery-Plugin DataTables, um Tabellenspalten ohne Reload klick- und sortierbar zu machen. Standardmäßig ist eine aufsteigende Sortierung implementiert (A-Z, 0-9), was in vielen Fällen Sinn ergibt, z.B. bei Listen mit Namen oder Produkten, die halt alphabetisch bzw. aufsteigend nach Preis sortiert werden sollen.

In meinem Fall allerdings ist eine komplette A-Z-Sortierung dämlich, da es sich um Fußball-Ranglisten handelt, bei denen der jeweils höchste Wert ganz oben stehen soll — zumindest in den meisten Fällen. Bei manchen Spalten allerdings, wie z.B. der Wahrscheinlichkeit von 0:0-Unentschieden, ist eine aufsteigende Sortierung sinnvoller. Es soll schließlich deutlich gemacht werden, dass Fußballligen mit geringer 0:0-Wahrscheinlichketi „besser“ sind.

Die Lösung für mein spezifisches Problem fand ich in der Dokumentation von DataTables (ach wirklich?), unter datatables.net/usage/columns. Dort heißt es:

asSorting – You can control the default sorting direction, and even alter the behaviour of the sort handler (i.e. only allow ascending sorting etc) using this parameter.

In den Tabelleneinstellungen von WP-Table-Reloaded gibt es unter „DataTables JavaScript Features“ den Punkt „Custom Commands“, so dass ich nicht mal in den JS-Dateien rumhacken muss. Meine Haupttabelle besteht aus 15 Spalten, von denen die sechste, achte und zehnte primär aufsteigend sortiert werden sollen, die anderen aber absteigend. Der Custom Command lautet in meinen Fall also:

"aoColumnDefs": [ { "asSorting": [ "desc", "asc" ], "aTargets": [0,1,2,3,4,6,8,10,11,12,13,14] } ]

Problem gelöst.

Reißerischer Titel, gebe ich zu. Aber schauen wir uns zunächst mal die Definition von Bloatware an:

Als Bloatware […] bezeichnet man Software, welche mit Funktionen überladen ist, bzw. Anwendungen sehr unterschiedlicher Arbeitsfelder ohne synergetischen Nutzen bündelt. […] [Sie] bietet sehr viele Funktionen an, neigt aber dazu, vergleichsweise langsam und fehlerträchtig zu arbeiten und im Detail unausgereift zu sein.

Und hier ein Auszug aus dem Blog von WordPress-Deutschland. Es geht um das Killerfeature von WP 2.9. Einen Papierkorb:

[…] man verschiebt Inhalte in den Papierkorb und die Inhalte werden dann in Abhängigkeit eines Zeitraums gelöscht. Alternativ kann man sie dort auch wieder zurück holen, immer in Abhängigkeit eines definierten Zeitrahmens. WordPress integriert diese Möglichkeit nun auch und mit WordPress 2.9 steht diese Option für Artikel, Seiten, Attachments und Kommentare bereit.

Ist WordPress Bloatware?

Nun, ganz subjektiv betrachtet sind  — gerade in letzter Zeit — viele Features und Neuerungen hinzugekommen, die ich selten oder nie nutze. Ich könnte z.B. sehr gute ohne die instabile Mediathek leben. Wenn ich trotzdem Fotogalerien erstellen möchte, lade ich mir halt ein entsprechendes Plugin herunter. Warum zwingt WP mehr und mehr Features in den Core, die vorher sehr gut als optionales Plugin erhältlich waren?

Als ich WP zum ersten Mal herunterlud, war die Zip-Datei gerade mal 310 KB groß. Die aktuelle Version 2.8.4 wiegt gezippt 2,24 MB. Natürlich möchte auch ich nicht zu WP 1.2 zurück, ich möchte nur ganz höflich darauf hinweisen, dass unser liebes Kind WP fett geworden ist. Und das WP-Dashboard wird auch immer langsamer. Wirklich aufgefallen ist mir die Veränderung an WP aber erst vor wenigen Tagen, als ich die Software zum x-ten Mal auf einem Server installierte und gerade einrichten wollte: Fatal Error, Allowed memory size exhausted. Hab ich vorher in fünf Jahren nicht einmal erlebt.

Ich gebe die Frage gerne an euch weiter: Ist WP Bloatware geworden? Auf welche „Features“ würdet ihr gerne verzichten? Wird es langsam Zeit für ein schlankes WP-Light?

Manchmal muss man Prioritäten setzen.
Nicht alles was für WordPress 2.7 geplant war ist auch umgesetzt worden. Die Erneuerung des Theme-Editors zum Beispiel fiel aus Zeitgründen flach. Welche Neuerungen es nun in die im März 2009 erscheinende Version 2.8 schaffen werden und welche nicht — das können wir mehr oder weniger selbst entscheiden, denn wordpress.org hat eine Umfrage ins Leben gerufen: Potential Feature Ranking for WordPress 2.8.

Right now, the lead developers are thinking the top priorities for 2.8 will be widget management, theme browser/installer and performance upgrades.

Wenn ihr anderer Meinung seid, nehmt an der Umfrage teil.

Neues Dashbord hin oder her, das wirkliche Killerfeature von WordPress 2.7 ist das automatische Upgrade auf die neueste Version.

Zehn Sekunden, meine Herren. Zehn Sekunden!

Blogger und Buchautor Robert Scoble hat für FastCompany ein knapp 40-minütiges Interview mit Matt Mullenweg geführt, dem Gründer von Automattic (WordPress, Akismet, bbPress etc.).

Beide Videos haben zwar die Überschrift „Matt Mullenweg Reveals Future of WordPress“, aber um die Zukunft von WordPress geht es, wenn überhaupt, nur am Rande. Die eigentlichen Themen im ersten Video: Vorteile von Echtzeit bei Twitter und Friendfeed, Blogs als soziale Hubs, die Übernahme von Gravatar, das „virtuelle Büro“ von Automattic. Continue reading “Robert Scoble interviewt Matt Mullenweg” »



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