YouTube bietet seit einiger Zeit mit Playlists die Möglichkeit, mehrere Videos in Folge abspielen zu lassen und auf eigenen Webseiten einzubetten. Leider ist dieses Feature nicht sonderlich komfortabel zu bedienen. Abhilfe schafft der nagelneue Dienst embeddr, mit der über eine sehr einfach zu bedienende Oberfläche Videos aneinandergereiht werden können. Einfach die Links zur Videoseite oder den Embed-Code in das Textfeld einfügen, par Drag & Drop die Abspielreihenfolge bestimmen und gut. Nette Extras sind der eingebaute „Cover Flow“-Effekt, „Smart Playlists“, mit denen etwa Playlists dynamisch auf der Basis eines bestimmten Tags generiert und kontinuierlich aktualisiert werden können sowie die Möglichkeit, Videos aus diversen Diensten einzubinden. Momentan sind das Atom Films, Blip.TV, College Humor, Dailymotion, Metacafe, TeacherTube, MySpace Video, Veoh, Vimeo und YouTube, aber es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht noch weitere Dienste kommen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Und wie sieht’s aus? Hier eine Playlist, die den kompletten Mitschnitt eines Zockers enthält, der sich an „Super Mario Forever“1 probiert und seine Versuche in epischer Breite fluchend kommentiert („This is worse than Ann Coulter!“). Anschließend folgt ein Speedrun des Spiels, zweifelsohne von einer anderen Person angefertigt. Ein Hoch auf den feinen Sinn für subtilen Witz des 1000ff-Schreiberlings, der in dieser Zusammenstellung einmal mehr deutlich wird.

(Direktlink zur Playlist-Seite)

  1. einem NES-ROM-Hack []

Grooveshark Screenshot Suchmaske

Oh nein, noch ein Musikdienst im Internet! Ja richtig, aber was für einer. Grooveshark.com findet eine enorme Menge an Songs, streamt sie aus dem Web auf den eigenen Rechner, lässt den Benutzer Playlisten erstellen – und das alles mit einer Oberfläche, die eher an eine MP3-Player-Software als eine Webseite erinnert, alles ohne Anmeldung. Toll ist, wie einfach sich Songs oder ganze Playlists in Widgets verwandeln lassen, also auf anderen Websites/Blogs einbettbare Minijukeboxen. Diese Widgets lassen sich optimal in Farbe, Aussehen und Größe anpassen. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

 

Wer sich einen Account einrichtet, kann übrigens Playlists speichern, sie nachträglich ändern und erhält Zugriff auf Social Networking-Funktionen, z.B. das Entdecken anderer Leute Playlists und Musiktips. Leider ist noch kein Support für die Scrobble-Funktion von last.fm vorhanden.

Grooveshark

Fazit: Dienste wie Grooveshark schießen momentan aus dem Boden und füllen die Lücke, die Muxtape nach seiner Einstellung hinterlassen hatte, mittlerweile passabel. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, zu erkennen, dass so die Zukunft der Musikauslieferung aussehen könnte. Grooveshark sieht gut aus, funktioniert prima und könnte zukünftig als Radioersatz eine Rolle spielen.

[via lifehacker]

Die Musikkassette ist tot. Mal abgesehen von einigen wenigen Indieromantiker(inne)n, den sogenannten „Kassettenmädchen“, und Besitzern veralteter Audioradios lockt das chronisch an Bandsalat und abnehmender Tonqualität leidende Medium in Zeiten von MP3 und last.fm wohl keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Dabei hatte das sorgsame Auswählen und Anordnen von Hits damals™ einen ganz eigenen Charme.

muxtape.com Screenshot

Der Web 2.0-Dienst muxtape.com will diese Charmelücke füllen. Er ermöglicht, nach der wohl unkompliziertesten Anmeldung ever, das Hochladen von 12 Songs, die je maximal 10 MB schwer sein dürfen. Diese Songs können, bei fehlenden ID3-Informationen, im Titel editiert und nach Belieben per Drag&Drop angeordnet werden. Die Adresse im Format name.muxtape.com reicht man dann an die zu Beglückenden weiter, welche die Kompilation im Browserfenster in optimaler Qualität streamen können.

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Ein Kommentar

copy
Bild: bettyx1138 (cc)

Seit der WM ’06 sind ja nun bereits ein paar abnehmende Monde übers Land gewandert. Für diejenigen unter uns, die immer noch ein bisschen Deutschland „sind „und sich strikt weigern, die abgewetzte grau-blassrosa-blassgelbe Fahne vom Balkon zu nehmen, weil wir ja ein Völkchen sind die so allerlei Selbstgedichtetes und selbst Gedachtes hervorgebracht hat:

Schamesröte steige in euer Gesicht! Denn Deutschland assoziiert man im Ausland zwar nicht mehr mit Hitler, mit Goethe aber umso weniger, sondern seit einiger Zeit in erster Linie mit dreistestem Raubtier-Plagiatismus. Neben dem unsymphatischen Facebook-Ripoff StudiVZdessen diversen Ihr-Schoß-ist-noch-fruchtbar-Derivaten, neben allerlei twitter-Kopien, gefühlt dutzenden digg-Klonen, X deutschen Versionen von Flickr und YouTube, neben der Millionen fressenden Totgeburt quaero, die von allerlei europäischen Politikern mal als ernste Suchmaschinen-Alternative zu Google geplant (haha) war, neben den peinlichen Nachbauten eigentlich so jeden heißen Scheißes, von dem die Kunde der Benutzerbegeisterung über den großen Teich herüberweht…

… war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis endlich mal jemand eine ins deutsche übersetzte eins-zu-eins-Kopie von friendfeed auf den Markt bringt.

friendfeed ist ein Aggregator für den Output einer Person in verschiedenen sozialen Netzwerken, Web 2.0-Communities und Blogs. Soll heißen: Du legst dir einen Account an, gibst deinen Twitter-Account, last.fm-Benutzernamen, deine Blog-URLs, den del.icio.us-Login, deinen Alias in Flickr, und so weiter ein — fortan hat jeder die Produkte deiner Onlineaktivität gesammelt und übersichtlich auf einer Seite und kann sie sogar als Feed abonnieren. Falls einer der eigenen Freunde nicht bei FriendFeed angemeldet ist, kann man sie sich auch als „virtuellen“ Freund anlegen, also dessen Webidentitäten eigenhändig eingeben.

Soweit eigentlich eine nette Idee, sieht man mal davon ab, dass friendfeed die datenschutzrechtlich ziemlich bedenkliche Möglichkeit eröffnet wird, durch Verknüpfung diversester Profile Profiling Social Engineering in einem nicht bekannten Ausmaß zu betreiben. Sind ja auch ehemalige Google-Leute, die das betreiben.

Und jetzt kommt also: freundefeed! Und dreimal darfst du raten, was die für eine Geschäftsidee haben. Laut dem Typen, den techcrunch als irgendwie verantwortlich identifiziert hat, u.A.

Einen Feed für alle Aktivitäten eines Users im Internet, Pushing von User-Generated-Content, unterschwellige Advertising-Möglichkeiten (in-line advertising, affiliate) (…)

Unterschwellige Advertising-Möglichkeiten. Sehr sympathisch. Die eigentliche Frechheit ist aber meines Erachtens nicht einmal der Diebstahl der Geschäftsidee. Das ist ja leider Gottes Gang und Gäbe. Es kommt noch dicker.

Neben der tollen, innovativen Geschäftsidee und der tollen, innovativen Namenswahl, finde ich auch das Logo1 toll und innovativ.

freundefeed

und, zum Vergleich, das Original:

friendfeed

Verdammt noch eins, seid ihr denn wirklich so unkreativ, Webentwickler aus deutschen Landen, dass ihr jede frische Idee bis zum Erbrechen neu aufkochen müsst, auf dass man in amerikanischen Tech-Blogs Zeilen liest wie

You haven’t arrived until your web application has a German clone, it seems.

Da ich mich entschlossen habe, diesen Artikel auf 1000ff statt im Craplog zu veröffentlichen, spare ich mir weitere jener Worte, die mir gerade auf der Zunge liegen und verweise nur auf Klonschaf Dolly, welches seinerzeit sehr früh den gerechten Tod der Kopie starb, die niemals besser als das Original sein kann. Einen ähnlichen Tod wünsche ich freundefeed.

Dabei gibt es doch auch wirklich gute Ideen in diesem Bereich, die andere noch nicht hatten und die sogar aus Deutschland kommen. NoseRub von Dirk Olbertz zum Beispiel. Im Prinzip vergleichbar mit friendfeed, nur dass es sich um ein offenes System handelt und man es auf dem eigenen Server hosten kann. Es gibt einen aufschlußreichen Screencast über NoseRub und — obwohl noch nicht getestet — den 1000ff-Segen obendrauf. Für die Lösung in der Onlineleben-Aggregier-Nische, welche moralisch am einwandfreisten daherkommt.

  1. mittlerweile entfernt und durch den Schriftzug „updating …“ ersetzt []

Header: Reframe It

Wie oft kommt es vor, dass man sich über einen Text, ob Blogeintrag, wissenschaftliche Publikation oder Artikel aus einer Online-Zeitung, ärgert — weil er offensichtlich manipulativ ist, wichtige Informationen fehlen und / oder es schlicht nicht möglich ist, zu kommentieren? Klar, man kann seinen Ärger in einem Blogpost verarbeiten. Markante Stellen zitieren, kritisieren, veralbern, verbessern. Problem dabei: Die meisten anderen Leser werden trotzdem nur den Originaltext, nicht aber deinen Blogartikel lesen.

Hier setzt Reframe It, mit dem schönen Buzz-Slogan „Community-Created Context“ (etwa: Von der Gemeinschaft erschaffener Zusammenhang) an. Dabei handelt es sich um ein AddOn für den Firefox, welches nicht weniger macht, als das Web um eine Metaebene zu erweitern. Ganz konkret: Mit Reframe It lässt sich jede Webseite kommentieren. Und zwar nicht auf die übliche, „zweidimensionale“ Art mit einem aneinander gereihten Kommentar auf den anderen. Vielmehr lassen sich bestimmte Passagen in Texten markieren und kommentieren, die Art des Kommentars gewählt werden („Allgemeiner Kommentar“, „Gegenargument“, „Unterstützendes Argument“, „Frage“, Vorschlag“) und mit Tags verschlagwortet werden. Reframe It bricht dabei den üblichen Lesefluß „von oben nach unten“ auf, indem die Kommentare in einer zusätzlichen Browserspalte neben dem Text dargestellt wird. Die Leiste bewegt sich mit, wenn der Text heruntergescrollt wird. Auf die Kommentare kann direkt geantwortet werden.

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