Leiter von kleinen Projektgruppen und Administratoren eines Blogs mit mehreren Nutzern kennen das Problem sicherlich: Eine reibungslose und zeitgemäße Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist nicht immer einfach. Der eine liest E-Mails nicht, ein Forum ist zu umständlich zu administrieren, nicht jeder schaut in jeden Thread, Chat- und Instant Messaging-Sessions sind zu unstrukturiert und werden auch nicht dauerhaft gespeichert.

Für genau dieses Problem haben sich die Jungs von Automattic, welche sich u.A. für den Bloghoster wordpress.com, das Anti-Spam-Plugin Akismet und die Widget-Unterstützung von WordPress verantwortlich zeichnen, etwas ganz besonderes einfallen lassen.

prologue_demo

Prologue ist ein WordPress-Theme, aber kein normales. Mit Prologue lässt sich eine normale WordPress-Installation in ein Kleinstblognetzwerken, inspiriert von Twitter und tumblr verwandeln. Das bedeutet:

  • Ein WordPress-Blog mit mehreren Autoren wird dank Prologue zur Kommunikationsplattform, die um Blog-typische Funktionen angereichert wird: Bilder und YouTube-Videos können eingefügt werden, Einträge werden getaggt, WordPress-Plugins funktionieren wie gehabt, Widgets natürlich auch.
  • Neben jedem Beitrag und Kommentar eines Users wird ein Gravatar, also ein Userbild, dass man sich auf gravatar.com einrichtet, angezeigt.
  • Ein eingeloggter User kann bequem von der Startseite des Blogs einen Eintrag schreiben. Blogging-Clients und der normale WYSIWYG-Editor im Adminbereich werden natürlich auch unterstützt.
  • Nahezu alles kann per RSS abonniert werden: Einträge, Kommentare, Einträge von bestimmten Autoren, zu bestimmten Tags, Kommentare zu einem bestimmten Eintrag und so weiter …
  • Natürlich sind die Beiträge, Tags und Kommentare durchsuchbar.
  • Kategorien und Titelüberschriften haben hingegen keine Bedeutung mehr.

Die Einsatzmöglichkeiten für ein mit Prologue-Blog sind sicherlich andere als die eines normalen Blogs. Zur Selbstpräsentation eignet es sich eher wenig, genausowenig für Leute, die gerne lange und durchdachte Beiträge verfassen. Dafür betont es eher die kommunikative Seite des Bloggens.

Da man ein solches Blog auch nicht-öffentlich, also nur für registrierte Mitglieder einsehbar, führen kann, sind als Einsatzbereiche auch Kommunikationsplattformen für eher heterogene Gruppen und/oder Zweckgemeinschaften denkbar (z.B. Abiturjahrgänge) oder als Plattform für interne Besprechungen (z.B. Mehr-Autoren-Blogs, Brainstorming für Projektplanung).

Fazit: Eine super Sache, die mal wieder beweist, wie variabel WordPress eigentlich ist.

Download: Ist momentan nur über das SVN-Repository möglich. Das bedeutet: Jede der 17 Dateien einzeln herunterladen. Wir von 1000ff sind aber so nett und stellen das Paket komplett zur Verfügung.

Download ZIP (Revision 886, Stand vom 1. Februar 2008)

Update: Download ZIP (Revision 926, Stand: 16. Februar 2008)

Alternativ können Benutzer von wordpress.com ihr Blog bereits jetzt über das Menü “Präsentation” mit Prologue ausstatten.

Prologue auf Deutsch: Sobald absehbar ist, dass sich Prologue einer “stable Version” nähert, wird 1000ff das Theme ins Deutsche übersetzen.

Links:

[Nachtrag / Tips:] Um ein Blog mit geschlossenem Benutzerkreis auf einer eigenen WP-Installation einzurichten, muss man nicht registrierten Benutzern den Zugang zum Blog verwehren. Dafür eignet sich Angsuman’s Authenticated WordPress Plugin hervorragend.

Um zu verhindern, dass sich Unbefugte registrieren, kann man zudem mit dem Plugin WP User Moderation dafür sorgen, dass jeder neue Benutzer erst vom Administrator freigeschaltet werden muss.

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2 Kommentare zu “Prologue-Theme — WordPress als Kommunikationsplattform nutzen”

  • Simon

    Twitterpress sozusagen.
    Wollte auch gerade darüber schreiben, aber du warst schneller. ;)
    Ein cooles WP-Theme ist es jedenfalls, schön reduziert, ich mag ja sowas, aber ohne Uploader (Screenshot) kommen Bilder nur über Umwege in die Einträge, was wohl irgendwie Absicht ist.

  • Frank

    Ich hab das mal lokal laufen lassen, da gibt’s auf jeden Fall noch ein paar Kanten, die abgeschliffen werden müssen. Zur Sache mit den Bildern… vielleicht kann man das

    Plan for today: launch attachment imports.

    aus dem Demo-Blog ja in die Richtung deuten, dass die dran arbeiten. Mit BlogDesk geht’s ajf problemlos, Bilder hochzuladen.

    Ich hab drüben auch mal angefragt, ob die das Theme für Multilanguage präparieren können, dann würde ich dafür einfach ein po- oder mo- oder sonstwas-File machen und wir hätten’s auf Deutsch. Denn — pst — ich bin ziemlich begeistert von der Idee und plane das für den internen Bereich des Craplog einzusetzen.


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