Napster war Anfang das Jahrtausends sehr großartig und revolutionär. Es hatte nur den Nachteil, dass man lediglich .mp3-Dateien tauschen konnte. Dies rief eine ganze Schar an Konkurrenzprodukten auf den Plan, die da mehr boten: Downloads ließen sich nach Abbruch wieder aufnehmen und man war nicht nur auf Musikdateien beschränkt. Neben den bekanntesten Protokollen FastTrack und Gnutella mit seinen unzähligen Clients wie Kazaa und Bearshare gab es eine Handvoll kleinerer Netzwerke wie iMesh, welches später kostenpflichtig wurde und dann mit Bearshare verschmolz (und ebenfalls längst kommerzialisiert ist), und Fileswap, das mein erster Post-Napster-P2P-Client überhaupt war. Fileswap gehörte zu den allerersten Netzwerken und entstand schon kurz nach Napster selbst, hat aber trotz seiner Vorteile (es ließ sich schon damals bequem in den freigegebenen Ordnern des Gegenübers stöbern) nie den Sprung in den Mainstream geschafft.

Zeiten ändern sich, und wer heute aus nostalgischen Gründen nach Fileswap sucht, wird gleich doppelt fündig. Weniger erwähnenswert ist fileswap.com, bei dem es sich um einen herkömmlichen One-Click-Hoster á la rapidshare handelt.

Interessanter ist da schon das Gesellschaftsexperiment file-swap.com. Hinter dem politisch fragwürdigen Favicon verbirgt sich eine Art Kinderüberraschung, da man nie weiss, was für eine Datei man erhält. Man lädt selbst irgendeine Datei hoch und erhält im Gegenzug eine zufällige Datei, die ein anderer Nutzer hochgeladen hat.

fileswap

Das können Bilder sein, Texte oder auch kleine Audiofiles bis zu einer Maximalgröße von 500kb. Das macht file-swap zu keiner Datentauschbörse, sondern ist viel mehr eine Spielerei für Menschen, die gerne neues entdecken.

Menschen dieser Natur sei außerdem noch ein ähnlich gelagerter Service empfohlen: omegle.com lässt den Nutzer einen Chat mit einer zufällig ausgewählten Person starten. Völlig anonym lässt sich nun endlich die Beichte bei einer Person abhalten, bei der man sich sicher sein kann, nie wieder von ihr zu hören (es sei natürlich, man tauscht seine Daten aus). Der Dorfpfarrer hat von nun an ausgedient. Wie auch bei file-swap kann das natürlich ein kompletter Reinfall sein oder ein fantastisches Erlebnis. Spannend ist die Idee der One-on-one-Kommunikation (früher nannte man es Dialog) allemal.

[Omegle via blag.xkcd.com]

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2 Kommentare zu “Du sollst mit Fremden reden”

  • Teo

    Mhh…die Domain file-swap.com steht zum Verkauf, das Projekt scheint es also nicht mehr allzu lange zu geben.
    Neben der Frage, wie legal denn die Dateien sind, die man da bekommt, steht auch noch im Raum, wie sinnvoll das Ganze im Bezug auf die eigene Sicherheit ist. Vermutlich wäre diese Tauschbörse ein guter Weg um per Zufall Viren und andere Schädlinge in Umlauf zu bringen. Kann ein Nutzer mal berichten, welchen Anteil an Pr0n man so serviert bekommt? ;)

    Interessant ist die Idee schon, aber sinnvoll wohl eher nicht.

  • Sebastian

    Ich habe da bislang echt hauptsächlich Urlaubsbilder zu Gesicht bekommen, und damit meine ich nicht „Urlaubsbilder“, sondern tatsächlich Urlaubsbilder. Palmen und noch langweiligeres Zeug.


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